Benefizkonzert mit dem Hamburger Ärzteorchester

Johannislogen Eintracht an der Elbe und Zur Hanseatentreue organisieren zum vierten Mal Benefizkonzert

Hamburg. Seit 4 Jahren veranstalten die Freimaurerlogen „Eintracht an der Elbe“ und „Zur Hanseatentreue“ ein jährliches Benefizkonzert mit dem „Hamburger Ärzteorchester“ zugunsten verschiedener Hamburger Einrichtungen. Die beiden Logen übernehmen alle anfallenden Kosten und die Spenden gehen zu 100% an die Projekte. Bisher wurden über 10.000 € an das Altonaer Kinderkrankenhaus, die Seemansmission Duckdalben, die SeeYou Stiftung gespendet. DIeses Jahr ging der vierstellige Betrag an Hände für Kinder e.V.. Den beiden Logen und den Mitgliedern des Hamburger Ärzteorchesters ist es ein Anliegen sich auch weiterhin einzusetzen. Daher wird die Konzertreihe im nächsten Jahr fortgeführt. Auch die Besucher sind jedes mal begeistert und viele von Ihnen bereits jedes mal dabei gewesen. Die Stimmung ist jedes mal etwas ganz besonders im Hamburger Mozartsaal. Der Mozartsaal gehört zum Logenhaus der Provinzialloge von Niedersachsen und bietet einfach ein unglaublich schönen Ort für den guten Zweck.

Autor: -sapere-aude- der Loge Eintracht an der Elbe

Vereint im Kampf gegen den Krebs

BRUNSBÜTTEL „Think big – Denke groß“ ist bekanntermaßen ein beliebter Leitgedanke vieler US-Amerikaner. Ein Motto, welches sich auch Fred Donald Dickson Jr. aus Baltimore zu eigen gemacht hat. Der 57-jährige krebsbetroffene Klempnermeister und leidenschaftliche Sportsmann aus dem Bundesstaat Maryland verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. Mit ganz unterschiedlichen Kampagnen möchte der dreifache Familienvater weltweit Menschen im Kampf gegen Krebs Mut machen, sie unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft einander näher bringen und ihnen zeigen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind. Zudem möchte er erreichen, dass umfassender über Krebs und Therapiemöglichkeiten informiert wird, als es allgemein üblich ist, und Spendengelder akquirieren, um die Krebsforschung deutlich vor- anzutreiben.

Jetzt führte ihn sein Vorhaben erstmalig nach Deutschland, nach Brunsbüttel. Hier traf sich Dickson Jr., der in der Metropolregion Baltimore einen hohen Bekanntheitsgrad genießt, mit dem krebsbetroffenen Künstler und Initiator der Wattolümpiade, Jens Rusch. „Ich bin ein Fan der Wattolümpiade, ein Fan von Jens Rusch“, freute sich Dickson über die transatlantische Zusammenkunft, nach einer beschwerlichen Anreise. Beschwerlich, weil er nicht nur Infomaterial über seine Projekte im Gepäck mitführte, sondern auch ein einmaliges handgefertigtes Gastgeschenk mit Übergewicht für das Krebsberatungszentrum Westküste in der Koogstraße dabei hatte: drei, in deutscher Sprache gravierte Granitplatten.

„Diese sollen wenn möglich die Wattolümpische-Wettkampfstätte zieren“, waren sich Beratungszentrum-Koordinatorin Petra Köster und Jens Rusch einig. Selbige gibt es auch mit chinesischen Schriftzeichen. Voraussichtlich im kommenden Jahr werden diese den Weg zu Freunden in China finden, teilte Dickson mit.

„Fred musste für die Extra- Kilos im Gepäck eine Gebühr von über 200 Euro bezahlen, daran lässt sich erkennen, wie schwer seine Reisetasche war“, zeigte sich Rusch von den Strapazen beeindruckt, die sein langjähriger Internet-Freund für die erste persönliche Zusammenkunft in der Schleusenstadt auf sich nahm.

Kennengelernt haben sich die beiden Männer bereits vor etwa zehn Jahren über Facebook.

„Das war zu dem Zeitpunkt, als bei uns beiden Krebs diagnostiziert worden war“, sagt Jens Rusch. Während bei dem Brunsbütteler Künstler ein bösartiger Zungengrundtumor festgestellt wurde, erkrankte Dickson an einer besonders aggressiven Form des Mandelkrebses. „Die Ärzte erklärten mir, dass mein Krebs das Stadium 4a erreicht und sich bereits Metastasen gebildet hatten. Große Aussichten auf Heiligung gaben sie mir nicht“, so Dickson. In einer neunstündigen Operation am renommierten Johns Hopkins Hospital wurde der Tumor in einem damals neuartigen Operationsverfahren mit modernster Computertechnologie entfernt. Weitere kräftezehrende Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen folgten.

Sowohl Rusch als auch Fred Donald Dickson Jr. erwiesen sich als Kämpfernaturen mit einem ausgeprägten Lebenswillen. Beide siegten über die Krankheit und setzen sich seither zum Teil mit überaus verrückten Aktionen und Ideen für eine verbesserte Krebsaufklärung ein und unterstützen Krebsbetroffene bei ihrem jeweiligen Kampf. „Es gibt wirklich viele verrückte Menschen auf dieser Welt. Aber ich denke, wir sind im positiven Sinne verrückt. Und davon kann es eigentlich nicht genug Menschen geben“, sagt Dickson, der seine Erfahrungen in einem 800-Seiten dicken Buch niedergeschrieben hat.

Seinen Aufenthalt in Deutschland nutzte Dickson darüber hinaus, um einige Freimaurerlogen zu besuchen. Wie sein Freund Jens Rusch ist auch der 57-Jährige bereits seit Jahren als Freimaurer aktiv und ebenfalls Mitglied der Shriner, einer gemeinnützigen Organisation, die sich das Wohl von Kindern auf die Fahnen geschrieben haben.

Jens-Peter Mohr

Quelle: Norddeutsche Rundschau / sh:z – Autor: Jens Peter Mohr

Blick in die Zukunft – Wird es eine Evolution ohne uns geben?

Vor mehr als hundert Mitgliedern der Forschungsloge “QUATUOR CORONATI“ und deren Gästen aus Hamburg, Eutin, Flensburg, Lübeck, Stade, Bremen und Kassel begrüßte der Zirkelmeister Hamburgensis Br. Michael Bordelius den Redner Journalisten und Erfolgsautor Jay Tuck.

Der US-Sicherheitsexperte war 35 Jahre für die ARD tätig, wo er über 500 investigative TV-Berichte und Reportagen produzierte. Für die Tagesschau war er als Kriegskorrespondent im Irak, für die Tagesthemen langjähriger Redaktionsleiter. Er interviewte für sein Buch deutsche und US-Drohnenpiloten, Zukunftsforscher und Silicon-Valley-Spezialisten, Geheimdienstler und Unternehmensberater in einer zweieinhalbjährigen Exklusiv-Recherche.

Wer George Orwells Roman „1984“ gelesen hat, wurde in eine mögliche Zukunftsvision geführt. Die rasante technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte hat uns bewiesen, wie schnell sich die Welt verändert. Nach 33 Jahren befinden wir uns nun in einem nicht mehr definierbarem Übergang zwischen Gegenwart und Zukunft.

In seinem Vortrag erklärte der Redner, wie weit die gegenwärtige künstliche Intelligenz (K.I.) in unserem Alltag bereits Anwendung findet. Sie steuert Autos und Uhren, Fahrradbremsen und Kameras. Sie parkt Fahrzeuge und fliegt Airbusse. Auf den Finanzmärkten der Welt wickelt sie Milliarden-Geschäfte ab. In den Operationssälen wird sie für präzise Diagnosen und in der Chirurgie von den Operateuren eingesetzt. Sie steht in den strategischen Zukunftsüberlegungen und – visionen der Militärs an erster Stelle!

Demnächst wird sie auch bei uns Zuhause einziehen. K.I. wird Kühlschränke und Klimaanlagen sowie die Alarmanlagen steuern, die Kontrolle über Atommeiler, Wasserwerke, Stromverteilung und Straßenverkehr übernehmen. Das sind nur einige Beispiele aus der zivilen Welt. In dem militärischen Bereich wurde der Einsatz von Drohnen beschrieben.

K.I., meint Jay Tuck, hat die Kontrolle und wird sie immer weiter ausweiten. Aber was wird sie machen, wenn die Menschen unklug sind ? Es gibt viel Potenzial für Konflikte zwischen Menschen und Maschine. Dabei sind die Programme, die von künstlicher Intelligenz in Mikrosekunden erstellt werden, häufig für die eigenen Erfinder nicht
nachvollziehbar, vielleicht sogar auch nicht mehr kontrollierbar.

Eines nicht so fernen Tages werden wir es mit K.I. zu tun haben, die das Wissen der gesamten Menschen speichern und es blitzschnell auswerten kann.

„Künstliche Intelligenz kann die großartigste Errungenschaft der Menschheit werden. Bedauerlicherweise kann sie auch dazu führen, dass das Verantwortungsbewusstsein ohne die Ethik-Entscheidungsträger immer weniger Arbeitskraft von Menschen benötigt wird.“ Zitat des berühmten Astrophysikers Stephan Hawkins Wohin wird die Menschheit gehen?

Nach einer kleinen Pause hat der Redner Jay Tuck eine Vielzahl von Fragen aus dem Publikum beantwortet. Sein aktuelles Buch „Evolution – ohne uns“, erschienen unter ISBN 978-3-86470-401-7 ist kein Zukunftsroman, sondern eine Zusammenfassung seiner Interviews, seiner Reportagen mit Angabe der Fakten.

Einer der anwesenden Brüder meinte: „Es war ein Abend mit dem Gefühl, dass wir bereits in der Zukunft sind.“

Br. Dieter G. Stephan
Zirkelsekretär

Bericht von der Zirkeltagung am Freitag, 17. November 2017 als öffentlicher Vortragsabend der Forschungsloge im Logenhaus Welckerstr. 8, Hamburg, Goethesaal

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Hamburger Schröder-Statue wird rekonstruiert

(Hamburg) 1937 trugen die Nationalsozialisten das Logenhaus in der Welckerstraße Stein für Stein ab, um doppelte Wände oder andere vermeintliche Geheimnisse zu entdecken. Bei den Plünderungen ging auch die Schröder-Statue verloren. Engagierte Brüder setzen sich dafür ein, diese Statue wieder zu errichten.

Der ursprüngliche prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße.

Der ursprüngliche prachtvolle Raum mit der Schröderstatue im Logenhaus der Welckerstraße.

Die Verfolgung der Freimaurer durch die Nationalsozialisten führte dazu, dass Logenhäuser und Inventar beschlagnahmt, verschleppt oder zerstört wurden. So erging es auch dem Hamburger Logenhaus in der Welckerstraße, das bis auf die Grundmauern abgerissen wurde. Dem Vernehmen nach gab es eine Anweisung an die Abbruchfirma. jeden Stein einzeln abzuklopfen, damit ein möglicherweise vorhandenes „freimaurerisches Geheimnis“ gefunden werde. Vergeblich. Bei dieser Aktion ging auch eine Statue verloren, die den großen Reformer der Freimaurerei, Friedrich Ludwig Schröder, darstellte und die sich im prächtigen großen Tempel des Logenhauses befand.

Ich war 15 Jahre alt, als mein Vater mit mir die Stelle besuchte, wo Handwerker das frühere Logenhaus abbrachen. Zuvor konnte man das Logenhaus mit seiner Einrichtung besichtigen … dann hämmerten sie an einer Statue. Es müsste Schröder gewesen sein.

Rolf Appel

Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Dieser verkohlte Balken ist alles, was vom Hamburger Logenhaus übriggeblieben ist.

Hans-Peter Meißner machte es sich zur Aufgabe, die lebensgroße Statue von einer Gruppe von Künstlern rekonstruieren zu lassen. Die Künstler Jens Rusch, Oliver Kieser und Roman Zonder sind mit großem Elan beschäftigt, die verloren gegangene Statue anhand vorhandener Unterlagen neu herzustellen. Das ist ein teures Unterfangen, etwa 30.000 € Herstellungskosten sind veranschlagt. Durch zweijährige Skizzenarbeit von Jens Rusch und der Modellierkunst von Oliver Kieser und Roman Zonder, wurden mit modernster 3D-Technik Bronzeminiaturen hergestellt, durch deren Verkauf die Rekonstruktion der eigentlichen Statue ermöglicht werden soll. Alle Beteiligten weisen darauf hin, dass die Arbeit an dem Projekt ehrenamtlich erfolgt und der volle Erlös der Miniaturen dem Projekt zugute kommt.

 

Diese beiden Bronzevarianten, deren Verkauf der Deckung bisheriger Kosten dient, wurden von der Bildgießerei Wittkamp meisterhaft ausgeführt. Die linke Version mit einer Höhe von ca. 30 cm kostet 1.480 €. Sie wurde nach einem 3D-Druck von Roman Zonder ausgeführt. Die rechte Variante in Höhe von ca. 25 cm wurde zunächst computergesteuert in Holz gestochen, überarbeitet, abgeformt und in Wachs für den Bronzeguss vorbereitet. Sie ist zum Preis von 1.280 € zu erwerben. Weitere Exemplare werden nur auf Bestellung in Auftrag gegeben. Der Erlös dient ausschließlich der Fertigung der lebensgroßen Rekonstruktion der durch die Nationalsozialisten zerstörten Figur Friedrich Ludwig Schröders. Die Herstellung der lebensgroßen Rohform hat bereits begonnen.

Anfragen bzgl. der Projektfinanzierung sind bitte zu richten an Sven Bremer.

 

 

In seinem Geleitwort weist der Großmeister der Großloge der Alten und Freien Angenommenen Maurer, Prof. Dr. Stephan Roth-Kleyer, darauf hin, dass die Arbeit „wie so viele Arbeiten für die Königliche Kunst“ ehrenamtlich und der Sache wegen geleistet werden. Finanzielle Zusagen sollen sogar aus Dänemark und Israel vorliegen, auch die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland hat bereits einen Beitrag geleistet. Abschließend führt er aus: „Den für dieses Projekt verantwortlichen Brüdern wünsche ich viel Erfolg. Mich würde es sehr freuen, bei einem meiner nächsten Besuche in Hamburg der lebensgroßen Statue unseres Bruders und freimaurerischen Reformators Friedrich Ludwig Schröder gegenüberstehen zu können. Euch, meine Brüder, möchte ich ermuntern dieses Projekt zu unterstützen.


Was macht Friedrich Ludwig Schröder so wichtig für die Freimaurer?

Das „Internationale Freimaurerlexikon“ weist Schröder (1744 – 1816) als Theaterdirektor in Hamburg, Bühnendichter, Schauspieler und bedeutenden Gestalter der Shakespeare-Stücke aus. Für die Freimaurer gilt er als Reformator der Ritualistik, wofür er aus seiner beruflichen Herkunft alle Voraussetzungen mitbrachte. „Begeisterter Bekenner der freimaurerischen Grundlehren, erkannte Schröder, dass sie [die Freimaurerei] in dem damals herrschenden chaotischen Durcheinander von Systemen und Spielarten ersticken müsste, wenn nicht mit kräftiger Hand Abhilfe geschaffen und die Lehre in ihrer ursprünglichen Reinheit wieder freigelegt würde.“ (Internationales Freimaurerlexikon, S. 759). Er rekonstruierte und reformierte die Rituale und führte sie nach einer Zeit der komplexen hierarchischen Abstufungen zurück in die drei Grade, wie sie auch heute in der Freimaurerei Bestand haben.

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Lübecker Freimaurerloge „Zur Weltbruderkette“ spendet Schultüten für Flüchtlingskinder

Die sechsjährige Alina juchzt laut vor Freude: Aus einem riesigen Berg Schultüten darf sie sich eine in ihrer Lieblingsfarbe aussuchen. Die Wahl ist schnell getroffen: Eine glitzernde Einhorn-Tüte soll es sein. Am liebsten würde Alina ihre Tüte natürlich sofort öffnen, aber Lara Wentdorf, Betreuerin in der Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge in Lübeck-Blankensee, hat ihr erklärt, dass die Schultüte erst am ersten Schultag geöffnet werden darf. Vorsichtig gibt Alina die Schultüte deshalb erst einmal an ihre Mutter zum Aufbewahren.

„Nach den Ferien werden rund 40 Flüchtlingskinder aus unseren Gemeinschaftsunterkünften eingeschult“, berichtet Holger Schwiering, Gebietsleiter bei der Gemeindediakonie Lübeck. „Die Schultüte gehört einfach dazu, aber die Eltern der Kinder aus Syrien, Afghanistan usw. kennen diesen Brauch natürlich nicht. Deshalb haben wir Schultüten für alle Kinder vorbereitet“, erklärt Schwierig die Aktion.

Das Geld für die Schultüten hat die Lübecker Freimaurerloge „Zur Weltbruderkette“ zur Verfügung gestellt. Deren Meister vom Stuhl, Egon Milbrod, ist sehr zufrieden mit der Verwendung der Spende: „Die 1.200 Euro wurden von unserer Loge bei verschiedenen Anlässen gesammelt. Wir wollten das Geld gern der Flüchtlingsarbeit zu Gute kommen lassen. Für die Schultüten findet es nun eine wunderbare Verwendung.“

Vorbereitet und gepackt wurden die Schultüten von Lara Wentdorf und Natalia Uznowanne: „Jeder kann sich bestimmt an seine eigene Schultüte erinnern. Uns war wichtig, dass ‚unsere‘ Kinder am ersten Schultag nicht die einzigen ohne dieses besondere Geschenk sind“, erklärt Wentdorf. Die Erzieherinnen haben die Tüten liebevoll gefüllt: „Es sind Mal- und Bastelutensilien darin und natürlich dürfen auch die Süßigkeiten nicht fehlen. Und oben auf jeder Tüte hockt ein Stofftier – ein kleiner Begleiter in die neue aufregende Zeit“, so Uznowanne. Nur die Brotdosen und Trinkflaschen passten nicht mehr hinein – die gibt es für die Erstklässler nun extra dazu.

Bildunterschrift: Hans-Peter Kirscht (v. l.), Oliver Knobloch, Rudi Graber und Egon Milbrod von der Lübecker Loge „Zur Weltbruderkette“ übergaben ihre Spende an die Gemeindediakonie. Mohammad
(v. l.), Zean, Alina, Russel und Maissa durften sich schon eine Schultüte aussuchen.

Redaktion: Inga Waldeck, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gemeindediakonie Lübeck e.V.,
Tel. (0451) 88067-164, waldeck@gemeindediakonie-luebeck.de

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4. Windjammerloge in Lübeck

Eigentlich sollte es ein durchwachsenes norddeutsches Wetter werden. Doch wenn es in Lübeck an der Ostsee etwas zu feiern gibt, dann hat Petrus ein Einsehen und lässt die Sonne scheinen. So auch am 17. Juni 2017 in Lübeck-Travemünde anlässlich der 4. Windjammerloge der Johannisloge „Zur Weltbruderkette“ im Orient Lübeck. Etwa 100 Brüder und ca. 30 Schwestern fanden sich an einem besonderen Ort ein: Auf der Viermastbark „Passat“. Das stolze, 115 Meter lange Schiff, gebaut Anfang des 20. Jahrhundert, das Glanzstück einer ganzen Ära, liegt heute als Museumsschiff und Hotel in Travemünde fest verankert. Inzwischen ist es zur Tradition geworden, dass alle zwei Jahre dieser Ort für eine besondere Tempelarbeit genutzt wird. Viele Brüder und Schwestern nutzten die Gelegenheit, einen Tag eher anzureisen, um auf diesem Großsegler zu übernachten. Aber auch die Tagesgäste waren nicht enttäuscht.
Das maritime Ambiente beeindruckte die Besucher aus ganz Deutschland, aus der Schweiz und aus Frankreich. Die großen Fährschiffe, die zum Greifen nah an der „Passat“ vorbeifuhren, sowie die vielen kleineren Segel- und Motorboote sorgten für eine unvergessliche Stimmung an Bord. Bei strahlendem Sonnenschein und einem Glas Sekt konnte man sich auf eine außergewöhnliche Tempelarbeit im 1. Grad emotional vorbereiten. Derweil frönten die Damen kulinarischen Leckerbissen, nachdem sie mit einer kurzen Bootsfahrt den Bestimmungsort erreichten.
Mit einem harten Hammerschlag eröffnete der Meister von Stuhl, Br. E. Milbrod, die Tempelarbeit. Nachdem der zugeordnete Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland, Br. Bernd Brauer, eingeführt wurde, konnte die Arbeit richtig beginnen. In seinen Meisterworten hob der Meister vom Stuhl der gastgebenden Loge hervor, dass man sich in einem Laderaum eines Frachtseglers befände und zog Parallelen zur Freimaurerei. Diese konnte er in dem Mannschaftsgeist der Besatzung des Segelschiffes finden. „Auch wenn das Schiff stolz und sicher ist, es sind die Menschen an Bord, die es in die Welt hinaus und zurück in den sicheren Hafen lenken!“ In der anschließenden Begrüßung wurden kurz alle Brüder, von Flensburg bis Freiburg und von Straßburg bis Solothurn (CH), einzeln begrüßt.
Nach der Tempelarbeit begann der „gemütliche“ Teil des Programms. Bei einem reichhaltigen Seemanns-Dinner ergaben sich sehr viele anregende Gespräche zwischen den Brüdern und den inzwischen eingetroffenen Schwestern. Der Laderaum des Frachtseglers, eben noch ein Tempel, wurde nun zu einem Ort des Gedankenaustausches. Die Gespräche verliefen so intensiv, dass beinahe die künstlerischen Darbietungen von Frau Jana Nietsch untergingen. Die junge Akkordeonistin und Sängerin verbreitete auf Deck mit ihren Chansons eine positive Stimmung bis weit nach Mitternacht: eine Bereicherung dieser lauen Sommernacht.
Ein weiteres positives Ergebnis der Windjammerloge 2017 ist das Ergebnis der Sammlung. Sie erbrachte stolze 410 Euro. Das Geld soll den Flüchtlingen in Lübeck zu Gute kommen. Der Träger der Flüchtlingsarbeit, die Diakonie Lübeck, wird Schultüten mit Schul-Utensilien zusammenstellen. Somit erhalten die Kinder nicht nur ein „Geschenk“, sondern lernen eine Tradition in Deutschland kennen und erhalten dringend benötigte Ausstattung für einen guten Start. Über diese Aktion wird zu gegebener Zeit besonders berichtet werden.
Am Sonntagmorgen trafen sich die Teilnehmer, die eine Übernachtung gebucht hatten, am ausgiebigen Frühstück. Vielen hat das gesamte Ereignis so gut gefallen, dass bereits der Termin für die nächste Windjammerloge erfragt wurde. Diese wird am 25. Mai 2019 stattfinden. Eine Anreise am Vortag mit einer oder zwei Übernachtungen auf dem Schiff sind bei rechtzeitiger Anmeldung möglich.
Allen Teilnehmern der Windjammerloge und auch den Brüdern und Schwestern, die aus unterschiedlichen Gründen nicht teilnehmen konnten, wünscht das Organisationsteam der Loge „Zur Weltbruderkette“ im Orient Lübeck „Allzeit gute Fahrt und immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“!