Beiträge

, ,

Gästeabend der Vereinigung am 03.03.2018 in Worms

Die Vereinigung von Johannisbrüdern »Zum brennenden Dornbusch« hatte am 03. März 2018 zu einem Gästeabend in Worms eingeladen. Der Vorsitzende der Vereinigung Arno Moos stellte sich und die Vereinigung vor, die den Zweck hat, eine Johannis-Freimaurerloge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« in Worms zu gründen. Das ist ein geschichtliches Novum, denn es gibt von der »Großen Landesloge« seit ihrer Gründung 1770 keine Tochterlogen in Rheinland-Pfalz. Die »Große Landesloge« ist eine von fünf regulären Großlogen in Deutschland, die sich unter dem Dachverband der »Vereinigten Großlogen der Freimaurer von Deutschland« organisieren.

 

Als Gästeabend wird ein gemütlicher Abend mit Vortrag bezeichnet, an dem nicht nur über das Vortragsthema allein diskutiert wird. Er ermöglicht es Teilnehmern mit Freimaurern in Kontakt zu treten und ihnen direkt Fragen zu stellen. Arno Moos und der Vorsitzende Meister der Johannisloge »Zum flammenden Schwert« in Darmstadt Giovanni Grippo haben über die mysteriösen und sagenumwobenen Illuminati referiert. Der Titel des Vortrages »Illuminati und Freimaurer: Die verborgene Weltregierung« versprach Spannendes.

Den Illuminaten-Orden gab es in Bayern von 1776 bis 1785: also nur 9 Jahre lang; in Gotha bestand er wohl bis zum Tod von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg (1745-1804) weiter. Die Umstände die zur Gründung des Illuminaten-Ordens führten, waren die Intrigen der Jesuiten und das Durcheinander in der deutschen Freimaurerei sowie die Willkür der Staatsgewalten, des Adels und die Bestrebungen der Aufklärung, die sich über Europa ausbreitete. Erstaunlicherweise waren die Mittel, um solch eine aufklärerische Freiheit zu erlangen die Bildung der Bevölkerung, und zwar in erster Linie die Ausbildung der Sittlichkeit. Diese sollte den einzelnen Menschen befähigen, sich selbst zu beherrschen, wodurch andere Formen der Beherrschung, wie die der Landesfürsten, aber auch die der Kirchen überflüssig machen würde.

Der 28jährige Gründer Adam Weishaupt war der einzige Professor in Ingolstadt ohne jesuitische Vergangenheit, was ihn im Lehrkörper isolierte. Das lag auch daran, dass er ein begeisterter Anhänger der Ideen der Aufklärung war. Ein Beweggrund für Weishaupt war es zu Beginn, seinen Schülern Schutz vor jesuitischen Intrigen zu bieten und ihnen Zugang zu zeitgenössischer kirchenkritischer Literatur zu ermöglichen.

Gegen Ende des Vortrages wurde eine Dokumentation über die sogenannte »Schwedenkiste« gezeigt. In ihr befinden sich Dokumente von Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha-Altenburg, Johann Joachim Christoph Bode und anderen bedeutenden Freimaurern und Illuminaten. Die Dokumente wurden auf testamentarischen Wunsch des Herzogs nach Stockholm ins Archiv des schwedischen Freimaurerordens verbracht daher der Name. Von dort kehrten sie bereits 1883 wieder nach Gotha zurück. Wissenschaftlich aufbereitet werden die Dokumente jedoch erst seit den letzten Jahrzehnten.

Der Abend klang mit den Gästen im Schlosscafé in Herrnsheim aus. Die Gespräche, die sich aus dem Vortrag ergaben, wurden angeregt fortgeführt.

, , ,

Gründung einer freimaurerischen Vereinigung in Worms

Darmstadt 20.10.2017 | Die Bruderschaft der Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« traf sich am 20. Oktober 2017 im Untergeschoss des neu renovierten Darmstädter Logenhauses. Vor mehreren Wochen erging die Einladung zur konstituierenden Sitzung. An diesem Abend wurde die freimaurerische Vereinigung »Zum brennenden Dornbusch« gegründet. Sie hat den Zweck, die Errichtung einer Loge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« in Worms zu erstreben.

Am 27. Juli 2017 war eine informelle Anfrage an die »Große Landesloge der Freimaurer von Deutschland« gestellt worden, eine »Vereinigung von Johannisbrüdern« in Worms gründen zu dürfen. Am nächsten Tag kam die Antwort des Landesgroßmeisters Günter J. Stolz, dass er der Gründung einer Freimaurerischen Vereinigung in Worms gerne zustimme und den angefügten Satzungsentwurf zur Prüfung an den Gesetzbuchausschuss weiterleite. Am 02. August 2017 wurde der formelle Antrag an den Provinzialmeister der Provinz Hessen gestellt. Daraufhin informierte der Landesgroßmeister umgehend die Provinzialmeister im Südwesten über seine Zustimmung.

Zeitnah wurde das Logensiegel in Auftrag gegeben. Es entstand das Konzept für eine Homepage der Vereinigung, die seit Anfang Oktober unter folgender Adresse zu erreichen ist: www.worms-freimaurer.de

Am 27. September 2017 erhielt der Vorstand der Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« die offizielle, schriftliche Zustimmung zur Vereinigung sowie zur Satzung. Die Vereinigung wird von der Loge in Darmstadt begleitet. Es stand damit dem Versand der zuvor erwähnten Einladungen zur konstituierenden Sitzung nichts mehr im Wege.

Die Gründungsurkunde wurde nach Verlesung des Satzungstextes von den Gründungsmitgliedern am 20. Oktober unterschrieben, der Vorstand gewählt und der Jahresbeitrag festgesetzt. Zum Vorsitzenden ist Arno Moos gewählt worden, der sich anschließend bei allen Beteiligten für ihre Mühen, für ihre Unterstützung und für ihre Hilfe bedankte. Er unterstrich, dass ihm dieses historische und langfristige Vorhaben sehr am Herzen läge und das nicht nur weil er gebürtiger Rheinland-Pfälzer sei.

Zum krönenden Abschluss lud der »Caterer Schmackes« die Bruderschaft in das Obergeschoss zum Essen ein. Dort fand parallel ein Probeessen für Hochzeitspaare statt, das sich der Caterer einiges hat kosten lassen. Diese Einladung kam aufgrund der guten Zusammenarbeit bereits vor Wochen zustande.

Das besondere ist, dass es in Rheinland-Pfalz noch keine Loge unter der Konstitution der »Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland« gibt. Der Vorstand der Vereinigung beginnt in den nächsten Monaten mit der Planung von Gästeabenden.

, ,

Festakt zu 300 Jahren moderner Freimaurerei in Darmstadt

Darmstadt 25.06.2017 | Die Johannis-Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert« hatte in Darmstadt am 25. Juni 2017 hohen Besuch von Michael Long, einem verdienten und langjährigen Mitglied der »United Grand Lodge of England«. Seine Titel sind »Visiting Officer of Middlesex« sowie »Past Provincial Junior Grand Warden of the Province of Northants and Hunts«, »Past District Junior Grand Warden of the District of  Barbados and Eastern Caribbean« und »Past Provincial Junior Grand Warden of the Province of  Middlesex«. Die Feierlichkeiten wurden gemeinsam mit der Darmstädter Öffentlichkeit im kleinen Saal des »Alten Schalthaus« begangen. Zurzeit werden alle Veranstaltungen der Darmstädter Freimaurerlogen aufgrund der anhaltenden Umbauarbeiten im »Alten Schalthaus« durchgeführt. Einen Tag zuvor wurde das Provinzial Johannis- und Stiftungsfest der Provinz Hessen in denselben Räumlichkeiten gefeiert.

Michael Long betonte, dass sich 1717 in London vier der ältesten Logen Londons zu einer Art Dachverband zusammengeschlossen haben. Es gab aber diese Logen schon vorher und sie blieben auch nach dem Zusammenschluss weiterhin selbstständig. Diese erste Großloge wurde mit der Zeit als Großloge der »Moderns« bezeichnet. Es gab eine konkurrierende Großloge die sich Großloge der »Antiens« nannte, obwohl sie sich erst 1756 gegründet hatte. Er verwies aber auch darauf, dass man keinerlei schriftliche Aufzeichnungen habe, ob es sich 1717 tatsächlich so zutrug. Die erste freimaurerische Erwähnung ist von 1738. Am 27. Dezemeber vereinigten sie sich und seitdem heißt sie »United Grand Lodge of England«.

Nach dem Sektempfang hielt Logenmeister Giovanni Grippo eine kleine Ansprache und hieß auch Stadtrat Dr. Dierk Molter willkommen. Molter brachte im Namen des Magistrats und des Oberbürgermeister Darmstadts Jochen Partsch, der sich derzeit im Urlaub befand, ein Grußwort aus. Darin betonte er, dass zu den bedeutendsten Darmstädter Freimaurern »sicherlich der hessische Innenminister und Kopf des zivilen Widerstandes gegen das Naziregime, Wilhelm Leuschner« zähle. Ein weiterer Darmstädter Bruder, den Molter erwähnte, war Otto Wolfskehl, einem verstorbenen Mitglied der Freimaurerloge »Zum flammenden Schwert«. Nach seiner Familie ist der »Wolfskehlsche Garten« benannt. Die Stadt hat 2014 mit einer Gedenktafel seiner Familie gedacht. Molter hob die internationalen Beziehungen der Loge hervor und bedankte sich für die Unterstützung der Logenbrüder für die Stadt und für die Menschen »in sozialer und kultureller Hinsicht.«

Bevor Michael Long seinen Vortrag zur 300-jährigen Geschichte der modernen Freimaurerei hielt, wurden Logenmeister Giovanni Grippo und der Abgeordnete Logenmeister Arno Moos geehrt. Sie erhielten das Ehrenabzeichen der »United Grand Lodge of England« samt Ehrenurkunde u.a. für ihre Verdienste »im Umgang mit internationalen besuchenden Brüdern« sowie aufgrund ihrer »herzlichen Bereitschaft und freundschaftlichen Aufnahme«. Das Abzeichen wird aufgrund der 300 Jahre »Tercentenary« genannt und darf nur von Freimaurermeistern der englischen Großloge sowie jenen die damit auf besondere Weise ausgezeichnet wurden getragen werden.

Die gastgebende Loge »Zum flammenden Schwert« wurde am 30.10.1921 von Bürgern Darmstadts gestiftet und befindet sich seit 1990 wieder in den Logenräumlichkeiten in der Sandstraße 10 in denen sie einst gestiftet wurde. Das Logenhaus ist in den Wirren des Zweiten Weltkrieges beinahe komplett zerstört worden. 1966 wurde es wiedererrichtet. Die aktuellen Umbauarbeiten (seit März 2016) sollen im August 2017 beendet sein. Eine feierliche und rituelle Wiedereröffnung wird am Samstag, den 16.09.2017 vom Hauseigentümer der Loge »Johannes der Evangelist zur Eintracht« und unter Anwesenheit des Großmeisters der Großloge AFuAM veranstaltet werden.