Vereint im Kampf gegen den Krebs

Jens-Peter Mohr

BRUNSBÜTTEL „Think big – Denke groß“ ist bekanntermaßen ein beliebter Leitgedanke vieler US-Amerikaner. Ein Motto, welches sich auch Fred Donald Dickson Jr. aus Baltimore zu eigen gemacht hat. Der 57-jährige krebsbetroffene Klempnermeister und leidenschaftliche Sportsmann aus dem Bundesstaat Maryland verfolgt ein ehrgeiziges Ziel. Mit ganz unterschiedlichen Kampagnen möchte der dreifache Familienvater weltweit Menschen im Kampf gegen Krebs Mut machen, sie unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft einander näher bringen und ihnen zeigen, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind. Zudem möchte er erreichen, dass umfassender über Krebs und Therapiemöglichkeiten informiert wird, als es allgemein üblich ist, und Spendengelder akquirieren, um die Krebsforschung deutlich vor- anzutreiben.

Jetzt führte ihn sein Vorhaben erstmalig nach Deutschland, nach Brunsbüttel. Hier traf sich Dickson Jr., der in der Metropolregion Baltimore einen hohen Bekanntheitsgrad genießt, mit dem krebsbetroffenen Künstler und Initiator der Wattolümpiade, Jens Rusch. „Ich bin ein Fan der Wattolümpiade, ein Fan von Jens Rusch“, freute sich Dickson über die transatlantische Zusammenkunft, nach einer beschwerlichen Anreise. Beschwerlich, weil er nicht nur Infomaterial über seine Projekte im Gepäck mitführte, sondern auch ein einmaliges handgefertigtes Gastgeschenk mit Übergewicht für das Krebsberatungszentrum Westküste in der Koogstraße dabei hatte: drei, in deutscher Sprache gravierte Granitplatten.

„Diese sollen wenn möglich die Wattolümpische-Wettkampfstätte zieren“, waren sich Beratungszentrum-Koordinatorin Petra Köster und Jens Rusch einig. Selbige gibt es auch mit chinesischen Schriftzeichen. Voraussichtlich im kommenden Jahr werden diese den Weg zu Freunden in China finden, teilte Dickson mit.

„Fred musste für die Extra- Kilos im Gepäck eine Gebühr von über 200 Euro bezahlen, daran lässt sich erkennen, wie schwer seine Reisetasche war“, zeigte sich Rusch von den Strapazen beeindruckt, die sein langjähriger Internet-Freund für die erste persönliche Zusammenkunft in der Schleusenstadt auf sich nahm.

Kennengelernt haben sich die beiden Männer bereits vor etwa zehn Jahren über Facebook.

„Das war zu dem Zeitpunkt, als bei uns beiden Krebs diagnostiziert worden war“, sagt Jens Rusch. Während bei dem Brunsbütteler Künstler ein bösartiger Zungengrundtumor festgestellt wurde, erkrankte Dickson an einer besonders aggressiven Form des Mandelkrebses. „Die Ärzte erklärten mir, dass mein Krebs das Stadium 4a erreicht und sich bereits Metastasen gebildet hatten. Große Aussichten auf Heiligung gaben sie mir nicht“, so Dickson. In einer neunstündigen Operation am renommierten Johns Hopkins Hospital wurde der Tumor in einem damals neuartigen Operationsverfahren mit modernster Computertechnologie entfernt. Weitere kräftezehrende Operationen, Chemotherapien und Bestrahlungen folgten.

Sowohl Rusch als auch Fred Donald Dickson Jr. erwiesen sich als Kämpfernaturen mit einem ausgeprägten Lebenswillen. Beide siegten über die Krankheit und setzen sich seither zum Teil mit überaus verrückten Aktionen und Ideen für eine verbesserte Krebsaufklärung ein und unterstützen Krebsbetroffene bei ihrem jeweiligen Kampf. „Es gibt wirklich viele verrückte Menschen auf dieser Welt. Aber ich denke, wir sind im positiven Sinne verrückt. Und davon kann es eigentlich nicht genug Menschen geben“, sagt Dickson, der seine Erfahrungen in einem 800-Seiten dicken Buch niedergeschrieben hat.

Seinen Aufenthalt in Deutschland nutzte Dickson darüber hinaus, um einige Freimaurerlogen zu besuchen. Wie sein Freund Jens Rusch ist auch der 57-Jährige bereits seit Jahren als Freimaurer aktiv und ebenfalls Mitglied der Shriner, einer gemeinnützigen Organisation, die sich das Wohl von Kindern auf die Fahnen geschrieben haben.

Jens-Peter Mohr

Quelle: Norddeutsche Rundschau / sh:z – Autor: Jens Peter Mohr

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.